Sich selbst verloren:

Wie du in der Lebensmitte wieder spürst, wer du bist

Der Tag ist geschafft. Das Abendessen steht auf dem Tisch, die Wäsche ist aufgehängt, die Nachricht an deine Mutter beantwortet, der Termin für nächste Woche verschoben. Alle sind versorgt. Alles funktioniert.
Und dann sitzt du am Abend auf der Couch, es wird still und da ist diese leise Frage, die du seit Wochen wegschiebst: Und wo bin eigentlich ich?
Nicht dramatisch. Kein Zusammenbruch. Nur ein seltsam leeres Gefühl mitten in einem Leben, das von außen betrachtet völlig in Ordnung ist. Vielleicht sogar gut. Und genau das macht es so schwer zu benennen.

„Ich weiß gar nicht mehr, was ich eigentlich will”

wie es soweit kommen konnte

Das passiert nicht über Nacht. Es passiert über Jahre. Irgendwann hat sich jede Entscheidung nach jemand anderem gerichtet. Nach den Kindern und ihren Terminen. Nach dem Partner und seinem Job. Nach den Eltern, die älter werden und mehr brauchen. Nach dem Team, das auf dich zählt. Und immer war das richtig so – in dem Moment war es das Naheliegende, das Vernünftige, das Notwendige.

Deine eigenen Wünsche hast du dabei nie bewusst aufgegeben. Du hast sie nur verschoben. Auf das Wochenende. Auf die Zeit nach dem Umbau. Auf den Herbst, wenn wieder Ruhe einkehrt. Und weil du es tausendmal getan hast, ist irgendwann etwas verstummt: das Gespür dafür, was du selbst eigentlich möchtest. Das ist kein Versagen. Das ist keine Schuld. Es ist schlicht das, was passiert, wenn eine Frau über Jahre verlässlich für andere da ist – und dabei die feine Stimme in sich immer wieder leiser dreht, bis sie kaum noch hörbar ist. Vielleicht merkst du es nicht einmal am großen Ganzen, sondern an Kleinigkeiten.

Jemand fragt dich, worauf du Lust hättest, und du weißt es nicht. Du hast einen freien Nachmittag und stehst ratlos in der Küche. Du liest von einer Frau, die etwas Neues begonnen hat, und spürst einen Stich, den du dir nicht erklären kannst.

Balance Boost | sich selbst verloren

Warum das keine Krise ist, sondern ein Signal

Die meisten Frauen, die mit diesem Gefühl zu mir kommen, halten es für einen Defekt. Für etwas, das mit ihnen nicht stimmt. Undankbar sei das, sagen sie. Man habe doch alles. Ich sehe das anders. Dieses leise Ziehen ist kein Fehler im System – es ist ein Hinweis. Etwas in dir will wieder Platz. Nicht das ganze Leben umkrempeln, nicht ausbrechen. Nur wieder vorkommen.

Eine Kundin kam vor einiger Zeit genau an diesem Punkt zu mir. Ich habe ihr eine kleine Aufgabe mitgegeben: MeTime-Inseln. Keine Stunden, keine großen Auszeiten – mal fünf Minuten hier, mal zehn dort. Ihre erste Reaktion war Stress. „Ich habe doch gar keine Zeit dafür.” Also haben wir es umgedreht: nicht neben dem Alltag, sondern mitten hinein. Und damit hat sie begonnen. Was ihr dabei wieder eingefallen ist: Sie hat früher unglaublich gern getanzt. Also läuft jetzt laute Musik – beim Kochen, beim Staubsaugen. Die Hüfte schwingt mit. Und plötzlich ist sie bei der Hausarbeit nicht mehr grantig. Dieses „ich muss” ist weg. Ein kleiner erster Schritt. Und sie freut sich schon auf mehr. Das ist nichts Spektakuläres. Genau deshalb erzähle ich es. Es zeigt, wie wenig es braucht, um wieder Kontakt zu sich aufzunehmen – wenn man an der richtigen Stelle ansetzt.

Warum Nachdenken allein dich nicht weiterbringt

Wer sich verloren hat, kann sich nicht herbeigrübeln. Das ist der Punkt, an dem viele hängen bleiben. Sie denken nach, analysieren, machen Listen. Was will ich? Was macht mich aus? Und je länger sie darüber nachdenken, desto weiter entfernt sich die Antwort. Denn die Frage „Wer bin ich?” wird nicht nur im Kopf beantwortet. Sie wird im Körper beantwortet – im Spüren, was sich stimmig anfühlt und was nicht. Dein Körper weiß oft längst, was dir guttut, während dein Kopf noch abwägt, ob es sich ausgeht.

Die Frau mit der Musik hat nicht durchdacht, was sie glücklich macht. Sie hat es gespürt, in dem Moment, als die Hüfte mitging. Das heißt nicht, dass Denken nutzlos ist – Coaching und Therapie haben ihren Platz und leisten Wichtiges. Aber wenn das Gespür verstummt ist, hilft kein weiterer Gedanke. Dann braucht es einen anderen Weg zurück.

1
Landschaft mit Felsen

Wieder spüren lernen:

der erste Schritt zurück zu dir.

Genau hier setzt meine Arbeit an – auf beiden Ebenen. Im Kopf, weil alte Glaubenssätze oft der Grund sind, warum du dich selbst hintanstellst. Und im Körper – weil dort alle Antworten sitzen. Er ist der Ort, an dem alles gespeichert ist. Mit BalanceMove arbeite ich über Bewegung und Musik. Nicht Sport, nicht Leistung, kein Spiegel, in dem du dich beobachtest. Die Musik ist dabei nicht Beiwerk – sie braucht es. Sie ist die Außenwelt, auf die du reagierst.

In der Bewegung kommen die Antworten aus dem Körper. Er zeigt klar, was ist – nicht geschönt, nicht so, wie es sein sollte. Und genau dort setzen wir an: Wir transformieren über den Körper. Was sich innen löst, wird nach und nach im Außen sichtbar. Für viele Frauen ist das der ungewohnte Teil – und gleichzeitig der, bei dem am schnellsten etwas passiert. Weil der Körper nicht diskutiert. Er antwortet einfach. In der 1:1-Begleitung verbinden wir beides: Wir schauen uns an, welche Sätze dich zurückhalten – und wir bringen parallel dein Gespür wieder ins Spiel. Schritt für Schritt, in deinem Tempo, in deinem jetzigen Leben.

2

Eine kleine Übung für heute Abend

  • Nimm dir drei Minuten. Wirklich nur drei.

  • Setz dich hin, wenn möglich allein. Leg eine Hand aufs Brustbein und atme ein paar Mal ruhig aus. Dann stell dir eine einzige Frage:

    „Was hätte mir heute gutgetan?“

  • Und nimm das Erste, was kommt. Ohne es zu bewerten, ohne zu prüfen, ob es realistisch ist oder sich ausgeht. Vielleicht kommt: fünf Minuten allein im Auto sitzen. Oder ein Lied, das du lange nicht gehört hast. Oder gar nichts – auch das ist eine Antwort, und sie sagt dir, wie leise es geworden ist.

  • Und dann: Was davon kannst du morgen umsetzen? Nicht als Vorsatz, sondern als eine einzige kleine Sache.

  • Spür beim Zähneputzen in der Früh kurz in dich hinein: „Was ist das eine Ding, das ich heuteumsetzen mag, um mich zu spüren?“

    Und dann mach genau das.

Wenn du das ein paar Tage hintereinander tust, wirst du merken: Die Antworten kommen schneller.

Du musst nicht dein Leben umwerfen, um dich wiederzufinden

Das ist die wichtigste Botschaft, die ich dir mitgeben möchte. Es braucht keine Kündigung, keine Auszeit, keinen radikalen Schnitt – zumindest meistens nicht. Es braucht kleine Inseln, in denen du wieder vorkommst – mitten in deinem Alltag, so wie er ist.

Wenn du spüren möchtest, wie sich BalanceMove anfühlt, probier den SchnupperMove aus. Unverbindlich, ohne Vorkenntnisse.

Und wenn du lieber zuerst reden möchtest: In einem kostenfreien Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst und was dir guttun würde. Ohne Druck, ohne Verpflichtung.

Meine Angebote sind eine Ergänzung, kein Ersatz für Psychotherapie oder medizinische Behandlung. Wenn du dich über längere Zeit sehr belastet fühlst, wende dich bitte an eine Ärztin oder Therapeutin deines Vertrauens.